Endlich Montag! Wenn Mitarbeitende ihre Arbeit lieben

«Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin». Alle kennen wir diesen Slogan der Friedensbewegung aus den 80er Jahren. Sei es als politische Propaganda, in Form eines Songs oder als Graffiti an einer Betonmauer. Vor kurzem entdeckte ich den Slogan wieder. In einer Zeitschrift, beim Arzt. Gedanken kreisten in meinem Kopf. Gedanken über einen Anlass der kurz bevor stand. 

 

Mein Beitrag - ein Referat über die Rezepte des Unternehmenserfolgs. Ideen hatte ich viele. Was mir fehlte, war der richtige Aufhänger. Bis sich plötzlich eine ungeahnte und zugleich überraschende Verbindung in meinem Kopf ergab. Eine Verbindung zwischen dem pazifistischen Slogan und den Grundprinzipien erfolgreicher Unternehmen. Mein Referat war geboren.

Geht keiner hin, so kann nichts entstehen. Dies gilt für den Krieg, wie auch für die Arbeit. Macht sich niemand an die Arbeit, so entsteht keine Wertschöpfung. Keine Produkte, keine Dienstleistungen, keine Kunden, kein Erfolg. Unternehmen haben keine Wahl. Unternehmen dürfen nicht erfolgreich sein, sie müssen.

Erfolgreiche Unternehmen

Wie erkennen wir erfolgreiche Unternehmen? Bildlich gesprochen werden erfolgreiche Unternehmen von Kunden überrannt, ihr Briefkasten ist prall gefüllt mit Spontanbewerbungen und der Kassenschrank überquillt mit Geldscheinen. Was aber unterscheidet diese Unternehmen von den weniger Erfolgreichen? Die Antwort ist einfach, und wenig überraschend – erfüllte Mitarbeitende. Stellen sie sich vor, sie sind Unternehmer. Sie haben eine bahnbrechende Geschäftsidee, sie haben das nötige Kapital und ja, sogar Kunden stehen bereit. Aber sie haben keine Mitarbeitenden. Schade.

Glücklicherweise wird diese Situation nie eintreffen. Dem funktionierenden Arbeitsmarkt sei Dank. Mitarbeitende werden gefunden. Aber, Mitarbeitende sind nicht gleich Mitarbeitende. Als Unternehmer wünschen wir uns Mitarbeitende, die täglich motiviert antraben, voller Ideen und Tatendrang sind und nie ausfallen. In anderen Worten, es geht um Produktivität.
Präsenz ist überwachbar. Präsenz ist aber nicht gleich Produktivität. Machen wir den Selbstversuch: Wie steht es um Sie? Ertappen Sie sich manchmal auch dabei, wie Sie die Stunden runterzählen bis zum Feierabend, sich lieber im Hintergrund halten und nur das tun, was gefordert wird? Dienst nach Vorschrift. Laut einer Studie (Quelle: Gallup) haben aktuell 15% ihrer Mitarbeitenden innerlich gekündigt und nur gerade ein Drittel ihrer Mitarbeitenden sind emotional stark mit dem Unternehmen verbunden. Ist dies in Ihrem Unternehmen auch so? Klar. Was wir brauchen sind Menschen, welche nicht nur einen Job suchen der sie überleben lässt, sondern eine Arbeit, welche sie erfüllt.

Tausche Lohn gegen Selbstbestimmung und Sinnhaftigkeit

Unbestritten, Lohn spielt auch heute noch eine wichtige Rolle. Nicht unbedingt die absolute Summe, eher der Vergleich mit unserem Umfeld. So funktionieren wir Menschen. Ist der finanzielle Rahmen stimmig, so rückt Geld punkto Erfüllung in den Hintergrund. Selbstbestimmung in der Form von Freiräumen, Eigenverantwortung und  wertschätzender Involvierung wird verlangt.

Führungsrolle im Wandel

Die Anforderungen an die Führung verändern sich. Individuelles Begleiten und situatives Leiten ersetzen autoritäres Führen. Silos werden überwunden, Rollen variieren. Der gemeinsame Erfolgt steht im Vordergrund. Ins Zentrum der Führung rücken eine ehrliche Kommunikation und tiefes Vertrauen in die Mitarbeitenden. Coaching wird zur Königsdisziplin.

Mein Referat liegt nun hinter mir. Ich reflektiere. Alle waren wir uns einig - die Mitarbeitenden sind verstärkt in den Fokus zu rücken. Ihre individuellen Stärken, ihre persönlichen Bedürfnisse. Aber, da war auch Skepsis. Selbstbestimmung ermöglichen und gleichzeitig knallharte Unternehmensziele erreichen. Ein Widerspruch? Nein. Nicht wenn wir die Führung der Mitarbeitenden, und insbesondere die Führung von uns selbst, massiv anders gestalten. Selbstbestimmung und Erfüllung sind persönlich. Wollen wir Sie respektieren, dann müssen wir die einzelnen Mitarbeitenden kennen. Die Menschen, nicht die Arbeitenden.

Ein Instrument muss her. Eine Art digitalisiertes Bauchgefühl. Ein Instrument welches dauerhaft erinnert, dass jeder Mitarbeitende eine eigene Persönlichkeit ist.

Charaktoren als Antwort

Jeder Mensch handelt bewusst und unbewusst auf Basis seiner Persönlichkeitsmerkmale und seines erworbenen Wissens. Alle sind wir anders, und doch gibt es eine Typologie. Aufbauend auf einem bewährten Ansatz (Typologisch by COLLIA®) entstanden 12 Charaktoren. Eine Typologie, welche es uns erlaubt, den Menschen hinter den Diplomen und Zeugnissen zu erkennen. Rasch, aber trotzdem mit Tiefe. Jeder Charaktor hat seine Eigenheiten. Alle haben sie Stärken und Vorlieben, alle kennen sie Situationen, welche Ihnen liegen und solche, welche Sie besser meiden. Und trotzdem ist jeder Charaktor in gleichem Masse wichtig und trägt zum Erfolg des Unternehmens bei. Ihr volles Potential entfalten Sie immer dann, wenn sie stärkenorientiert eingesetzt und bedürfnisorientiert geführt werden. Immer dann, wenn Sie Erfüllung erfahren.

Welcher Charaktor sind Sie? Experimentieren Sie. Entdecken Sie Ihren Charaktor und denjenigen ihrer Mitarbeitenden. Zum Test: https://projectsandmore.ch/de/charaktoren

Fazit

Unternehmenserfolg ist menschlich. Verbundenheit zum Unternehmen und persönliche Erfüllung bilden die Grundlage für Produktivität – die Grundlage des Erfolgs. Die Anforderungen der Mitarbeitenden befinden sich im Wandel. Sinnhaftigkeit und Selbstbestimmung werden gefordert. Reagieren wir – individualisieren wir unsere Führung. Unsere Mitarbeitenden werden es uns danken.
 

Michael Bongni

Geschäftsführer, projects&more GmbH

 

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