Welche Führungskultur verspricht den grössten Unternehmenserfolg? Als traditionelles Familienunternehmen stieg die ebi-pharm 1988 in den Vertrieb komplementärmedizinischer Produkte ein. In den letzten 30 Jahren ist die Firma stark gewachsen, gleichzeitig wird der Unternehmensalltag ständig komplexer. Der Geschäftsführer Stefan Binz suchte nach einem passenden Führungsmodell – und hat eines gefunden. Im Interview sagt er, welches Modell das ist und wem er es empfehlen kann.


Herr Binz, Sie führen einen Familienbetrieb. Kürzlich haben Sie die Führungskultur in Ihrem Betrieb verändert. Warum?

Meine Eltern pflegten im Betrieb und mit externen Partnern seit jeher einen partnerschaftlichen Umgang. Das Wachstum während der letzten Jahre stellt jedoch neue Anforderungen an die Zusammenarbeit. Wachstum bringt das Risiko, auseinander zu wachsen. Genau das wollte ich verhindern. Ich suchte nach einem Führungsmodell, welches uns hilft, eine gemeinsame Sprache sowie generell ein Wir-Gefühl zu fördern. Im Leadershipmodell LP3 habe ich für mich die Lösung gefunden.

Welchen Ansatz verfolgt das Modell? Was unterscheidet das LP3 Modell von traditionellen Leadership-Modellen?

LP3 ist nicht ein neues, komplexes Modell, sondern überzeugt durch seine Einfachheit. Es besteht aus den drei Bereichen Leader, Team und Partner und setzt sich mit der Frage auseinander: Was braucht es, um diese Ebenen optimal zu entwickeln. Der entscheidende Ansatz dabei: Wir haben die Betroffenen zu Beteiligten gemacht. Beispielsweise haben die Mitarbeitenden mitentschieden, wann welche Herausforderungen angegangen werden.

Lange Zeit fokussierte die Forschung im Bereich Leadership einzig die Führungsperson. Der Chef oder die Chefin sollte es richten. Woher der Paradigmenwechsel?

Sicher, ein starker Leader kann viel bewegen, doch der maximale Erfolg entsteht nur, wenn gleichzeitig ein starkes Team besteht und intakte Partnerschaften gelebt werden. Gerade durch die wachsende Komplexität im Unternehmensalltag scheint mir diese Erkenntnis immer wichtiger zu werden.

Verstehe ich Sie richtig: Wird das Umfeld komplexer, gelangen starke Teams zu besseren Entscheiden, als einzelne Personen?

Davon bin ich überzeugt. Jedoch muss zuerst eine Kultur geschaffen werden, die alle Beteiligten befähigt, sich einzubringen. Verfolgen alle im Unternehmen dasselbe Ziel, so können ganz tolle Ergebnisse entstehen.

Welches sind Ihre ersten Erfahrungen mit dem neuen Leadership-Ansatz?

Man kann sich nicht hinter dem Modell verstecken und das Gefühl haben, „irgendjemand“ oder „irgendwas“ wird nun alles verändern oder verbessern. Jeder Einzelne muss seinen Teil im Ganzen erkennen. Und ich behaupte, dass all diejenigen Mitarbeitenden, denen das bewusst ist, stark vom Prozess profitieren können und vor allem zunehmend die Entwicklung im Unternehmen mitgestalten können. Und das wirkt motivierend!

Wem können Sie das Modell empfehlen?

Das Modell passt in jedes Unternehmen, welchem der menschliche Umgang untereinander am Herzen liegt. Egal ob in KMUs oder Grossunternehmen – mit Hilfe von LP3 konnten schon viele Unternehmen ihre Transformation unterstützen.

Interview: Reto Liniger

 

Buchtipp:

  • Thomas Nast, David Fiorucci, LEADER für eine nachhaltige Wirtschaft. Stämpfli Verlag 2016
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