Vom Vater zum Sohn - so klappt der Generationenwechsel

 

Das Westschweizer Transportunternehmen Friderici konnte sein Weiterbestehen als Familienunternehmen sichern: Anfang dieses Jahres hat bereits die fünfte Generation die Leitung der Firma übernommen. Längst nicht alle Unternehmen finden jedoch eine familieninterne Lösung – was braucht es, damit der Generationenwechsel klappt?

Von Regula Gerber 

Vorgesehen waren sechs Monate, gedauert hat es schlussendlich zwei Jahre. Anfangs 2019 war es dann soweit: Die jüngere Generation übernahm bei der Friderici Spécial SA das Ruder. Der Fall des Familienunternehmens aus dem waadtländischen Tolochenaz ist nicht etwa ein Einzelfall, vielmehr steht der Anbieter von Spezialtransporten musterhaft für so viele Unternehmen in der Schweiz.

Zwar hat man sich bei Friderici schon seit längerer Zeit Gedanken zur Nachfolge gemacht. «Und doch hat alles viel länger gedauert als vorgesehen», sagt Clément Friderici. Warum diese Verzögerung? Bei einem so wichtigen Schritt gibt es mehr Details zu beachten und Fragen zu klären, als man denkt», sagt Friderici. Es geht unter anderem um die Änderung der Gesellschaftsform, Steuern oder Beteiligungen. «Bei Differenzen muss man eben so lange diskutieren, bis man eine Lösung findet. »

Die Sicht von Vater und Sohn

Welche Tipps hat Clément Friderici? «Uns hat es gutgetan, frühzeitig und regelmässig mit externen Beratern eine Retraite einzulegen». So ein Perspektivenwechsel eröffne häufig neue strategische Wege. Offene Kommunikation gegenüber den Mitarbeitenden ist ein weiterer Ratschlag. «Es ist ein Zeichen von Respekt, transparent zu informieren – aber erst, wenn die Lösung da ist».

Der Vater Jean-Paul Friderici hat natürlich eine etwas andere Perspektive: Das Wichtigste bei so einem Übergang sei, dass auf der einen Seite Menschen stehen, die bereit sind loszulassen. Auf der anderen Seite braucht es Menschen mit den notwendigen Kompetenzen und der Motivation, sich in das Abenteuer zu stürzen.

Seit einigen Monaten ist die Friderici Spécial SA bereit für die Zukunft: Der Sohn Clément hat die Leitung des Unternehmens mit 150 Mitarbeitenden gemeinsam mit seinen Cousins Blaise und Stéphane übernommen. Es gab ein Management-Buy-out innerhalb der Familie, die somit bereits in der fünften Generation im Transportgeschäft tätig sein wird.

Den Film-Beitrag zur Nachfolge bei der Friderici Spécial SA finden Sie hier

 


Die wichtige Rolle des Bankpartners

Matthias Hiestand ist während zehn Jahren als Unternehmenskundenberater für Valiant tätig gewesen; seit 2019 ist er Regionenleiter Unternehmenskunden bei der Valiant Bank in Bern. In beiden Funktionen hat er zahlreiche Firmen bei der Nachfolgeregelung beraten. Für ihn sind solche Firmenübergaben «das Salz in der Suppe» bei seiner Arbeit. Sie seien herausfordernd – im fachlichen wie auch im menschlichen Bereich. «Ich will mithelfen, Lösungen zu finden, die die Interessen aller Parteien verbinden, » erklärt Matthias Hiestand. «Dabei sind viele Faktoren zu berücksichtigen, zum Beispiel die Zukunftsaussichten des Unternehmens, die Finanzierbarkeit, die Steuern, das Erbrecht. Es ist eine anspruchsvolle Arbeit, die ich immer wieder mit Freude anpacke. » Matthias Hiestand steht oft vor ganz unterschiedlichen Ausgangslagen, je nachdem, ob eine Übergabe innerhalb der Familie möglich ist oder eine externe Lösung gesucht werden muss. «Wir suchen in jedem Fall die passenden Lösungen und stehen in einem engen Austausch mit dem Kunden. Es ist jedes Mal eine Freude, wenn wir unseren Teil zur Sicherung der Existenz und somit zur Weiterentwicklung eines Unternehmens leisten können. » Weitere Infos finden Sie hier.

 

 

Matthias Hiestand

Regionenleiter Unternehmenskunden Bern

matthias.hiestand@valiant.ch

www.valiant.ch/nachfolge

 

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