Kalenberg: «Unternehmen mit schlechtem Ruf unterstützen wir nicht.» 

 

Die tiefen Zinsen machen den Pensionskassen das Leben schwer. Es wird für sie immer schwieriger, für die ihnen anvertrauten Gelder rentable Anlagen zu finden. Die Personalvorsorge GEPABU investiert ihre Gelder nur in Anlagen, die «fair, sozial und nachhaltig» sind. Bleibt bei so viel Ideologie nicht die Rendite auf der Strecke? Michael Kalenberg (Bild), Vizepräsident des Stiftungsrates der GEPABU, gibt Auskunft.

Herr, Kalenberg, in Zeiten der Negativzinsen suchen Pensionskassen nach Anlagemöglichkeiten. Die Personalvorsorge Gepabu investiert «fair, sozial und nachhaltig». Wo investieren Sie?

Wir investieren in die klassischen Anlagekategorien Aktien, Obligationen und Liegenschaften, inklusive Hypotheken. Wir investieren aber nur in Unternehmen, deren Geschäft fair, nachhaltig und sozial ausgerichtet ist. Waffenproduzenten, Pharmaunternehmen mit bestimmten gentechnischen Ansätzen und Unternehmen mit schlechtem Ruf in sozialen Belangen finden in unseren Aktien- oder Obligationen-Anlagen keine Berücksichtigung.

Sie haben tatsächlich genug profitable Anlagemöglichkeiten?

Wir finden nach wie vor interessante Anlagemöglichkeiten für unsere Versichertengelder. Natürlich ist der Aufwand jeweils sehr hoch – nur aufgrund des grossen Netzwerkes unseres Stiftungsrates gelang es uns beispielsweise erst jüngst eine sehr schöne Liegenschaft im Zentrum von Biel erwerben. So eine Möglichkeit «fällt nicht vom Himmel», sondern ergibt sich aus der stetigen Suche, die oft genug ohne Ergebnis bleibt, weil die Preise einfach zu hoch sind.

Pensionskassen investieren gerne in Liegenschaften, weil sie da am ehesten Renditen erwarten. Welche Richtlinien verfolgen Sie bei Liegenschaften?

Wir investieren in soziale Modellprojekte: In Bern die Wohngenossenschaft Lorraine, das Hofguet in Burgdorf oder die Siedlung Burgunder in Bümpliz. Damit haben wir bewiesen, dass ein faires Miteinander der Interessen von Mietern und denjenigen von Versicherten einer Pensionskasse möglich ist.

Unternehmen und Versicherte, denen es nicht egal ist, wie ihr Geld angelegt ist, entscheiden sich für einen Anschluss bei der Gepabu?

Wir legen die Gelder unserer Versicherten so an, dass wir mit gutem Gewissen die erzielten Ergebnisse ihnen gegenüber vertreten können. Gleichzeitig achten wir aber auch sehr stark darauf, dass diese Vermögen in Anlagen investiert sind, hinter denen wir guten Gewissens stehen können und die über den reinen Ertrag in Geldwerten einen Beitrag in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht leisten. Wir sind stolz darauf, dass wir als eine der wenigen Schweizer Pensionskassen von der «Klima-Allianz Schweiz» im «grünen» Bereich eingestuft werden.

Interview: Reto Liniger

 


GEPABU – die etwas andere Kasse

Die GEPAU PK hat rund 1200 Versicherte, 155 Millionen verwaltetes Vermögen. In Bern ist die Gepabu etwa an sozial und ökologisch innovativen Siedlungen wie der autofreien Wok Burgunder in Bümpliz oder der Volo in der Lorraine beteiligt. Breiter bekannt wurde sie 2014 als Käuferin der Mühle Hunziken. Weitere Informationen dazu: www.gepabu.ch

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