Das Coronavirus legt die Wirtschaft lahm - wie weiter?

 

Die Corona-Krise ist da und viele Betrieben kämpfen um ihre Existenz. Der Bundesrat sucht derzeit nach Lösungen, um Firmen in Schieflage unter die Arme zu greifen. Bereits hat der Bundesrat einige wichtige Massnahmen getroffen; die untenstehende Zusammenstellung soll Ihnen einen Überblick über die bisher getroffenen Massnahmen bieten (Stand 23.03.2020). Sie finden zudem nützliche  Links und Orientierungshilfen. 

 

Folgende Punkte finden Sie unten in der Zusammenstellung:

1. Was können Betriebe tun, denen die Aufträge wegbrechen? An wen können sie sich wenden?

2. Was können Selbständige tun, die nicht mehr arbeiten können? An wen können sie sich wenden?

3. Eine Zusammenfassung?! Hier finden Sie alles auf einen Blick.

4. Ich kann die Geschäftsmiete oder die Pacht nicht mehr bezahlen - was kann ich tun?

5. Wo können sich Unternehmende melden, die Fragen haben?

6. Zusammenstellung von wichtigen Links - da wird Ihnen geholfen

7. Unterstützung im Bereich Kultur

8. Unterstützung im Bereich Sport

9. Und die Arbeitslosenversicherung? - das sind die Änderungen (25. März 2020)

10. Der Kanton Bern will, dass die Innovation in den KMU nicht einschläft - wie geht er das an?

 

1. Was können Betrieb tun, denen die Aufträge wegbrechen?

Um die Wirtschaft zu stützen, setzt der Bundesrat in erster Linie auf die Kurzarbeit. Das bedeutet: Der Bundesrat gibt praktisch eine Lohngarantie für die meisten Angestellten in der Schweiz.

In seiner Verordnung vom 20. März 2020 hat der Bundesrat im Rahmen eines Hilfspaketes die Ausweitung der Kurzarbeit auf verschiedenste Anstellungsverhältnisse ausgeweitet, er hat den Kreis der Bezüger massiv ausgeweitet. Folgende Massnahmen hat er getroffen:

  • Neu wird die Karenzfrist ab sofort bis zum 30. September 2020 komplett gestrichen. Das heisst: Die Unternehmen müssen den Arbeitsausfall also keinen einzigen Tag selbst tragen, die Arbeitslosenversicherung unterstützt ab sofort.
  • Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.
  • Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.
  • Neu profitieren auch Personen, die in arbeitgeberähnlichen Anstellungen arbeiten. Dazu gehören etwa Gesellschafter einer GmbH die gegen Lohn im eigenen Betrieb arbeiten. Sie sollen eine Pauschale von 3320 Franken für eine Vollzeitstelle erhalten.
  • Neu (seit 25. März 2020) wird die Frist zur Voranmeldung der Kurzarbeit aufgehoben; vor dem 25. März musste das Formular  "Voranmeldung Kurzarbeit" 10 Tage vor in Kraft treten der Kurzarbeit bei der kantonalen Stelle vorliegen. 
  • Neu (seit 25. März 2020) wird Kurzarbeit erst wieder nach 6 Monaten geprüft; die Bewilligungsdauer wurde also von 3 auf 6 Monate erweitert. 

Einen Überblick über die Massnahmen des Bundesrates finden Sie in diesem PDF hier

Einen Überblick über die Massnahmen des Bundesrates vom 25. März 2020 finden Sie hier

Wichtige Anmerkung: Firmeninhaber dürfen neu für sich selber ebenfalls Kurzarbeit anmelden. 

Wie geht der Betrieb vor, der Kurzarbeit anmelden will?

Das Unternehmen muss die Kurzarbeit beim Kanton schriftlich anmelden. Dieser prüft, ob das Gesuch rechtmässig ist, und ob mit Kurzarbeit die Arbeitsplätze im Unternehmen tatsächlich auch gesichert werden können. Die Arbeitslosenkasse zahlt Kurzarbeitsentschädigung aus, sobald die kantonale Amtsstelle den Anspruch auf Entschädigung anerkannt hat. Prüfen tut das Gesuch also der Kanton, die Auszahlung der Entschädigung kommt von der Arbeitslosenkasse, bezahlen soll das Ganze der Bund.

Firmen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus Kurzarbeit anmelden wollen, finden auf der Website des Kantons alle Informationen und Formulare.

 

2. Was tut der Selbständigerwerbende, der nicht mehr arbeiten kann?

Gemäss dem Entscheid des Bundesrates vom 20. März 2020, sollen selbständig Erwerbende, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, entschädig werden, sofern nicht bereits eine Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht.

Der Bundesrat will 80 Prozent des Erwerbsausfalls von Selbständigen bis zu einem Taggeld von maximal 196 Franken zahlen, wenn die betroffenen Selbständigen einem vom Bund geschlossenen Betrieb führten, in ärztlicher Quarantäne sind oder Betreuungsaufgaben wegen Schulschliessungen übernehme müssen.

Die Regelung gilt auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die einen Erwerbsunterbruch erleiden, weil ihre Engagements wegen der Massnahmen gegen das Coronavirus annulliert werden oder weil sie einen eigenen Anlass absagen müssen.

Sie finden hier weitere Informationen dazu

An wen können sich Selbständigerwerbende wenden?

Bis Mitte April kann der Anspruch auf Erwerbsausfall noch nicht angemeldet werden. Die Ausgleichkasse des Kantons Bern arbeitet mit Hochdruck daran, die Massnahmen des Bundesrates umzusetzen.

Nichtsdestotrotz wird die Ausgleichskasse des Kantons Bern alle Selbständigerwerbenden mit absehbarem Anspruch auf eine solche Entschädigung in den nächsten Tagen direkt anschreiben und ihnen die notwendigen Antragsformulare per Post zustellen.

Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung wird also von den AHV-Ausgleichskassen vorgenommen. Hier geht’s zur Seite der Ausgleichskasse des Kantons Bern

Wichtige Informationen finden Sie auch auf der Seite des Bundesamtes für Sozialversicherung

 

3. Eine Zusammenfassung nötig? Bitte! Hier finden Sie einfach erklärt Handlungsempfehlunge für Selbständig, KMU, Arbeitnehmende etc.

 

4. Ich kann die Geschäftsmiete nicht mehr bezahlen – was soll ich tun?

Als zweites wichtiges Packet neben den Erwerbsausfall-Entschädigungen sieht der Bundesrat Bürgschaften für Kredite der Banken zugunsten notleidender Betriebe im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Wer seine Miete oder die Pacht nicht mehr bezahlen kann, soll von der Bank Geld erhalten, der Bund bürgt dafür. 

Ziel ist es, zahlungsunfähige Firmen schnellstmöglich mit Geld zu versorgen. Betriebe, die Geld brauchen, sollten von der Hausbank ohne weitere Prüfung bis zu 500'000 Franken erhalten. Die Bank bezahlt, der Bund bürgt dafür. Bei Beträgen über 500'000 Franken soll der Bund zu 85 Prozent bürgen, die Bank zu 15 Prozent. Die Banken stehen hinter dieser Lösung. Für Beiträge ab 20 Millionen werden Gesuche durch den Bund einzeln geprüft.

Dieses Programm soll ab kommendem Mittwoch, 25. März 2020 mittels einer Notverordnung in Kraft gesetzt werden. Ab Donnerstag, 26. März 2020 können Unternehmen in jeder Bank vorsprechen, ein Formular ausfüllen und innert kürzester Frist auf Geld zugreifen.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier

 

5. Wo können sich Unternehmer melden, die Fragen haben?

Wo können sich Unternehmende melden? Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat auf seiner Website eine Infoline für Unternehmen eingerichtet, sie finden die Nummer und weitere wichtige Informationen hier. https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/neues_coronavirus.html 

 

6. Zusammenstellung von wichtigen Links - da wird Ihnen geholfen

Hier finden Sie viele wichtige Informationen zum Thema: Coronavirus und Wirtschaft

Eine Übersicht zu den bundesrätlichen Massnahmen gibt es in diesem PDF

Weitere Empfehlungen und Orientierungshilfen finden Sie auf der Seite von Bern City

Eine weitere gelungene Zusammenstellung von Empfehlungen und Orientierungshilfen finden Sie auf der Seite von Fokus Bern

 

7. Unterstützung im Bereich Kultur

Informationen für Kulturschaffende, Kulturinstitutionen und Kulturveranstalter finden Sie bei Kultur Stadt Bern.

 

8. Unterstützung im Bereich Sport

Als Sportanbieter, Sportorganisation oder Sportverein in Notlage?  Das Sportamt Stadt Bern hilft gerne weiter.

 

9. Und die Arbeitslosenversicherung? - das sind die Änderungen (25. März 2020)

Neu haben Arbeitslose ab sofort Anspruch auf maximal 120 zusätzliche Taggelder der Arbeitslosenversicherung. 

Neu müssen Arbeitslose das Formular Nachweis von Arbeitsbemühungen bei der Arbeitslosenversicherung nicht mehr einreichen

Eine Zusammenstellung der Änderungen bezüglich Arbeitslosenversicherung finden Sie hier

 

10. Der Kanton Bern will, dass die Innovation in den KMU nicht einschläft - wie geht er das an?

Der Kanton Bern will vermeiden, dass Forschung, Entwicklung und Innovation in den KMU wegen der Krise einschlafen. Deshalb hat er per Notverordnung der kantonalen Wirtschaftsförderung heute 35 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Die Beiträge sollten Unternehmen motivieren, ihre Innovationstätigkeiten weiterzuführen und bestehende Forschungs- und Entwicklungsprojekte nicht zu sistieren.

Mit der Notverordnung erhält die Wirtschaftsförderung die Möglichkeit, ihre Einzelbetriebsförderung auszubauen und neu gezielt auf diese bereits bestehenden Projekte auszuweiten.

Technologieorientierte Unternehmen bis 500 Mitarbeitende sowie kleine Unternehmen bis 10 Mitarbeitende können ein Gesuch um Unterstützung für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte stellen. Das Merkblatt finden Sie hier. Hier gehts zur Medienmitteilung des Kantons.


Aktuell ändern sich die Rahmenbedingungen und Vorgaben laufend. Wir versuchen unsere Informationen laufend zu akutalisieren.

 

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