Alec von Graffenried: "Wir arbeiten eng mit dem Gewerbe zusammen."

 

Wegen der Corona-Krise steht die Wirtschaft fast still. Bund, Kanton und Gemeinden tun alles, um die Bürgerinnen und Bürger zu schützen und die Wirtschaft zu stützen. Was tut die Stadt Bern?  Stadtpräsident Alec von Graffenried gibt die Antworten. 

 

Herr von Graffenried, viele Arbeitnehmende, Firmen, Selbständige fürchten um ihre Existenz. Was tut die Stadt Bern?

Der Bund und der Kanton haben rasch umfangreiche Hilfsprogramme lanciert. Es ist das zentrale Anliegen des Gemeinderates, dass alle rasch und unkompliziert zu dieser Hilfe kommen und ihre Existenz gesichert wird. Ziel ist es, dass möglichst alle über die Krise hinweg kommen und eine Perspektive für die Zeit danach haben. Zu diesem Zweck arbeiten die Stadt Bern, die Verbände und das regionale Gewerbe bei der Information eng zusammen, um die Zugänge zu den Hilfsangeboten zu erleichtern. Unter anderem werden Hotlines betrieben und sind im Internet entsprechende Websites eröffnet worden, die laufend aktualisiert werden. Seitens der Stadt hat hier das Wirtschaftsamt koordiniert, die Zusammenarbeit klappte sehr gut.

 

Bietet die Stadt Bern direkte Hilfe an?

Ja, die Stadt Bern will die Wirtschaft zusätzlich mit eigenen Sofortmassnahmen gezielt unterstützen. In diesem Sinne hat der Gemeinderat im Zusammenhang mit der Corona-Krise Folgendes beschlossen:

  • Rechnungen werden umgehend bezahlt, ohne die Zahlungsfristen abzuwarten;
  • Miet-, Pacht- und Baurechtszinsen können auf Gesuch hin unkompliziert gestundet werden;
  • für Forderungen der Stadt Bern gilt bis Ende Juni 2020 Fristenstillstand, also Verzicht auf Inkassomassnahmen;
  • Temporäre Lockerung der Vorgaben im Beschaffungswesen erleichtern Vergaben öffentlicher Aufträge.

 

Gibt es weitere Hilfe?

Daneben arbeitet die Stadt Bern an einer Regelung für Organisationen und Unternehmen, welche über einen Leistungsvertrag verfügen, die entsprechende Dienstleistung derzeit aber wegen der Notlage nicht erbringen können. Der Gemeinderat plant, die Zahlungen für die betroffenen Firmen und Organisationen trotzdem ungekürzt weiter auszurichten, sofern die Partner ihrerseits alle Massnahmen zur Schadensminderung getroffen haben.

 

Wie nehmen Sie den Staat in dieser Krise wahr?

Bund, Kanton und Gemeinden tun alles, um einerseits die Bürgerinnen und Bürger zu schützen, andererseits aber auch, um die Wirtschaft und die Einkommen zu sichern. Innert kürzester Zeit wurde ein beachtliches Programm auf die Beine gestellt. Das ist die Aufgabe des Staates in der sozialen Marktwirtschaft, dazu muss aber der Staat auch in der Lage sein und entsprechend ausgestattet werden.

 

Auch für die Stadtverwaltung bringt die Pandemie grosse Herausforderungen. War die Stadt darauf vorbereitet?

In der Stadt haben wir unsere Pandemieplanungen 2018/2019 überarbeitet, da hatten wir Glück, viele hatten die Massnahmenpläne noch präsent. Aber natürlich, wir haben wie andere nicht mit solch drastischen Einschränkungen gerechnet. Die Umstellung auf Homeoffice verlief nach leichten Anfangsschwierigkeiten einwandfrei, nach 14 Tagen sind wir wieder in einem geregelten Arbeitsrhythmus, nun einfach überall verteilt, dank Internet und Videotools funktioniert das gut. Alle nötigen Dienstleistungen können erbracht werden. Einige Mitarbeitende müssen mehr leisten, wir bemühen uns aber auch, Überzeiten und Ferien abzubauen, damit wir nach der Krise wieder voll durchstarten können. 

 

Alec von Graffenried hat sich am Wochenende (28. März 2020) mit einer Videobotschaft an die Bernerinnen und Berner gewandt, hier gehts zum Beitrag

 

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