Benjamin Marti, Gemeindepräsident Belp

 

Wie reagieren Gemeinden auf die Rezession?

Wie soll die öffentliche Hand auf die Rezession reagieren, die so unerwartet über uns hereingebrochen ist? Mit welcher Politik ist der Wirtschaft am meisten gedient? In Bezug auf diese und artverwandte Fragen spüre ich als Präsident einer Agglomerationsgemeinde Verantwortung.

Gesamtwirtschaftlich werden die Investitionen zurückgehen. Indem die vom Bund verbürgten Kredite den Verzicht auf Investitionen bedingen, ist gar von einem substanziellen Rückgang auszugehen. Gemäss Volkswirtschaftslehre ist jetzt die Zeit, um mit staatlichen Investitionen der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Also sollte ich in den Planjahren mit tieferen Steuereinnahmen wesentliche Investitionen forcieren und ausführen, was zu einer höheren Verschuldung führt. Die gegenwärtigen Umstände lehren uns jedoch, dass die Bedürfnisse an die Infrastruktur einer Schulanlage oder einer Gemeindeverwaltung ändern können. Eine kluge Investition will also gut überlegt sein.

Belp plant

Die Traktandenliste der nächsten Belper Gemeinderatssitzung enthält die Kreditanträge für drei Planungsgeschäfte. Im Spannungsfeld wie oben beschrieben gab es prompt interne Kritik an diesem Vorgehen. Jetzt mal Stopp, bekam ich zu hören. Doch will ich, dass die Gemeinde auch und speziell in diesen Zeiten plant. Sie plant zugunsten einer erneuerten Infrastruktur im öffentlichen Raum und sie plant im Hinblick auf spätere Investitionen von Privaten. Sie plant, weil sie an die Zukunft glaubt und sich dabei nicht beirren lässt.

 

Benjamin Marti, Gemeindepräsident Belp

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