- 24.09.2026 - 15:20
- Berner Newspool
Autoimporteure können CO2-Sanktionen mit synthetischen Treibstoffen senken
(CONNECT) Zertifikate für nachhaltig hergestellte synthetische Treibstoffe sind in der Schweiz günstiger als Strafzahlungen für importierte Verbrennerautos. Darauf hat Lukas Hoffmann, Senior Consultant bei Porsche Consulting in Stuttgart, am Power-to-X-Kongress Schweiz am 24. September in Bern hingewiesen.
Die Veranstaltung im Kursaal Bern war laut einer Mitteilung vom Swiss Power-to-X Collaborative Innovation Network (SPIN) und vom energie-cluster.ch in Zusammenarbeit mit dem Réseau H2 Suisse Romande organisiert worden. Rund 140 Fachleute diskutierten über chemische Energiespeicher als einen der Schlüssel zur Dekarbonisierung der Wirtschaft und Gesellschaft.
Gianfranco Guidati, stellvertretender Direktor des Energy Science Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, wies etwa darauf hin, dass in der Schweiz sowohl Importe synthetischer Treibstoffe als auch eine moderate Produktion im Inland zum Erreichen dieses Ziels beitragen könnten. Boris Krey vom Verband der Schweizerischen Gasindustrie sprach die Bedeutung chemischer Energieträger etwa als saisonale Speicher, für die Diversifizierung und für die Versorgungssicherheit an. Aus der Sicht von Markus Friedl, Leiter des Instituts für Energietechnik IET der OST – Ostschweizer Fachhochschule, ist gerade grünes Methanol dank seiner Energiedichte pro Masse und Volumen und damit verbundenen tiefen Speicherkosten gut für die saisonale Speicherung geeignet.
Metafuels aus Adliswil ZH wird bald seine Demonstrationsanlage in Betrieb nehmen. Im Hafen von Rotterdam plant es zudem seine erste kommerzielle Anlage. Diese soll ab 2030 pro Tag 10 Tonnen Flugtreibstoff aus Methanol herstellen können, später sogar 100 Tonnen.
Der grünliberale Zürcher Nationalrat Martin Bäumle macht allerdings politische Blockaden aus. „Die Grundlagen für die Defossilisierung stehen im CO2-Gesetz und im Klimagesetz“, wird er in der Mitteilung zitiert. „Was fehlt, ist eine gesetzeskonforme Umsetzung auf Verordnungsstufe, die den Willen des Parlaments widerspiegelt.“
So sieht es auch Peter Metzinger. „Die Frage ist nicht mehr, ob Power-to-X funktioniert, sondern ob Projekte in der Schweiz finanziert, bewilligt und gebaut werden. Genau daran haben wir heute gearbeitet“, so der Co-Geschäftsführer von SPIN. ce/ug