- 29.10.2026 - 11:48
- Berner Newspool
Universität Bern untersucht Rolle der Darmflora bei Probiotika
(CONNECT) Die Universität Bern und das Inselspital, Universitätsspital Bern sind dem Einfluss der individuellen Darmflora auf die Wirkung von Probiotika auf der Spur. Dazu haben Forschende der beiden Einrichtungen ein aus vier Bakterienstämmen zusammengesetztes Probiotikum an Mäusen getestet, informiert die Universität Bern in einer Mitteilung. Das Probiotikum wurde sowohl gesunden Mäusen als auch Mäusen verabreicht, bei denen chemisch eine Darmentzündung ausgelöst worden war.
In den Versuchen wurde der beste Schutz der Darmflora erreicht, wenn das Probiotikum bereits vor der Entzündung verabreicht wurde. Die entsprechenden Mäuse erlitten unter der anschliessend chemisch ausgelösten Darmentzündung weniger Gewebeschäden als Mäuse, die das Probiotikum erst mit entzündetem Darm bekamen. Bei wiederholten Entzündugsschüben liess die Wirkung des Probiotikums zudem nach. Darüber hinaus konnten die Forschenden abhängig von der Wirkung des Probiotikums unterschiedliche Stoffwechselleistungen des Darmmikrobioms beobachten.
„Wir wollten nicht nur untersuchen, ob die Mischung wirkt, sondern auch, unter welchen Bedingungen“, wird Forschungsleiter Bahtiyar Yilmaz von der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin am Inselspital, Universitätsspital Bern und dem Department for BioMedical Research (DBMR) der Universität Bern, in der Mitteilung zitiert. „Dabei interessierte uns besonders, ob die bereits vorhandene Bakteriengemeinschaft eine Art Ausgangslage für die Behandlung bildet.“ Die Resultate sind derzeit aber noch auf das Mausmodell begrenzt. „Sie belegen weder, dass die getestete Mischung bei Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wirksam ist, noch liefern sie bereits einen Test zur Auswahl geeigneter Probiotika“, stellt Yilmaz klar. ce/hs